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Zuhause in Deutschland Drucken

Autor Michael Höhn liest und erzählt im Gymnasium Grotenbach Gummersbach von Erfahrungen und Begegnungen mit Migranten

Seit 43 Jahren ist er verheiratet und hat in dieser Zeit 43 Bücher geschrieben – aus einigen davon zitierte Höhn im Gummersbacher Bühnenhaus vor etwa 300 Mittelstufenschülern des Gymnasiums Grotenbach.

Dabei betonte der frühere Berufsschulpfarrer sein Anliegen, für Toleranz und die Gleichheit des Menschen und gegen Ausländerfeindlichkeit einzutreten. So fasste Höhn nach der Begrüßung von Schulleiter Michael Effner und der Vorstellung durch Christel Foerst, Vorstellungehemals Lehrerin am Gymnasium Grotenbach, nur kurz seine Biografie zusammen, ehe er sein Buch "Zurück bleibt ein Traum - Zuhause in Deutschland" vorstellte und das Publikum mit seinen Geschichten aus Migranten-Leben fesselte.

Höhn erzählte von Franco aus Sizilien, von dem er 1970 in Düsseldorf in eine Baracke eingeladen wurde, ein Zwölf-Quadratmeter-Zimmer, das Franco mit drei weiteren Gastarbeitern teilte. Jeder der vier Italiener zahlte an den Vermieter 100 DM - 400 DM für ein Barackenzimmer, eines von insgesamt zwanzig Zimmern. Auf Francos Bitte versuchte Höhn mit dem Vermieter wegen der überhöhten Miete zu reden. Doch da dies nichts fruchtete, erzählte er am Sonntag im Gottesdienst seiner Gemeinde davon und sammelte im Anschluss Unterschriften gegen den Mietwucher, was ihm eine Schlagzeile im Düsseldorfer Express sowie viele Drohbriefe und -anrufe einbrachte.

Seine weiteren Erzählungen bewiesen den lauschenden Schülern, dass er sich nicht einschüchtern ließ und seinen Weg weiter gegangen ist. Seine Geschichte "Ein Stückchen Mensch", die in Derschlag handelte, beschrieb die Wandlung von Volker, der von einem Mitläufer im rechten Milieu durch die menschliche Begegnung mit Hassan zu einem Menschen wurde, der für Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit einsteht. Mittlerweile engagiert sich Volker sogar - wie viele Oberberger - im Ometepe-Projekt von Michael und Monika Höhn in Nicaragua.

Vortrag

In der Gesprächsrunde zum Abschluss erfuhr Höhn schließlich, dass unter den Hörern auch Emek war, ein Schüler, dessen Geschichte er in einem seiner Bücher veröffentlicht hatte - die Geschichte von einem - damals - kleinen Jungen, der eines Tages, nachdem er von großer Not erfahren hat, spontan in der Fußgängerzone Flöte spielt, um für arme Kinder zu sammeln. Inzwischen ist Emeks Vater ein guter Freund des Ehepaars Höhn. Eine Begegnung unter vielen mit dem Ergebnis: Aus Fremden wurden Freunde.

Hoehn

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Die Interkulturelle Woche, in deren Rahmen die Lesung am Gymnasium Grotenbach stattfand, ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland, sowie der Griechisch-Orthodoxen Metropolie.

Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Bildungsthematik: bessere Bildungschancen für Migranten und Migrantinnen bzw. für alle in Deutschland aufwachsende Kinder.

In diesem Rahmen fanden vom 21. September 2011 bis zum Abschlussfest am 01. Oktober 2011 auf dem Lindenplatz in Gummersbach noch viele weitere Veranstaltungen statt.

Die Interkulturelle Woche bietet somit eine Chance andere Kulturen, Religionen und Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen kennenzulernen, besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und Vorurteile abzubauen.


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Oktober 2011 um 16:04 Uhr