| Besuch des Praktische Philosophie-Kurses 10 in der Bergneustädter Moschee am 20.01.10 |
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Schon seit längerer Zeit beschäftigen wir uns mit dem Thema „Islam“ im Philosophieunterricht. Da wir uns im Zuge dessen auch mit der Architektur bzw. der Innenraumgestaltung eines islamischen Gotteshauses beschäftigt haben, beschlossen wir mit Herrn Claus am 20.01.10 die Moschee in Bergneustadt zu besichtigen. Nachdem wir uns in der ersten großen Pause auf den Weg gemacht hatten, wurden wir 40 Minuten später an der Moschee vom Imam sowie dem Vorsitzenden der Gemeinde in Empfang genommen. Zunächst erklärten Ayse und Esma dem Kurs die Bedingungen, die ein Muslim erfüllen muss, damit er die Moschee betreten darf. Danach erläuterten sie die Bedingungen, unter denen ein Nicht-Muslim die Moschee betreten darf (z. B. die Schuhe ausziehen). Dann der erste Eindruck der Moschee von innen: Viele waren begeistert von der Schönheit der Mihrab, der Gebetsnische, die mit unzähligen Ornamenten und arabischen Schriftzügen verziert ist und in einer Moschee gleich mehrere Funktionen wahrnimmt (siehe Foto). Sie kennzeichnet die Gebetsrichtung (Qibla), der Imam findet dort seinen Platz vor der Gruppe, gleichzeitig hat der Mihrab eine akustische Wirkung.
Auch der hölzerne Minbar, die Kanzel, gefiel den Schülern. Beim Freitagsgebet und an Feiertagen ist eine Predigt von der Minbar aus vorgesehen. Der Minbar ist an der Qibla-Wand, stets rechts vom Mihrab angebracht und ist frontal über eine Treppe zu erreichen. Insgesamt ist die Bergneustädter Moschee von innen sehr hell und kunstvoll gestaltet. Nach diesem ersten Eindruck machten wir einen kleinen Rundgang, lasen uns dabei die kleinen Informationstafeln durch, die überall an den Wänden der Moschee zu finden sind und Auskunft zu den verschiedenen Einrichtungselementen einer Moschee geben. Danach gab uns der Imam weitere Informationen zu den einzelnen Plätzen und Gegenständen in einer Moschee. Ayse und Esma übersetzten dabei die Informationen vom Türkischen ins Deutsche. Als Ergänzung zu den mündlichen Informationen führte der Imam dann eine Leinwandpräsentation vor, die am Beispiel der berühmten Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul alles Wissenswerte über islamische Gotteshäuser noch einmal anschaulich verdeutlichte. Um möglichst authentische Eindrücke zu vermitteln, demonstrierte uns der Imam im Anschluss an die Leinwandpräsentation den Gebetsruf der Muslime am Mikrofon und trug auswendig sowie in beeindruckender Form einen Vers aus dem Koran vor. Außerdem zeigte er uns das Gewand eines Imams mit Kopfbedeckung. Der Imam und die Schüler schlugen Herr Claus vor, das Imam-Gewand einmal anzuprobieren und er freute sich sehr. Neben der Moschee haben wir uns zum Schluss noch das Café angeschaut, wo die meisten Männer nach dem Beten hingehen, um sich zu unterhalten. Insgesamt war die Besichtigung für alle Teilnehmer sehr interessant und informativ. Viele Schüler waren beeindruckt von der Offenheit und Freundlichkeit, die ihnen entgegengebracht wurde. So hat dieser Besuch sicherlich auch dazu beigetragen, etwaige Vorurteile gegenüber muslimischen Mitbürgern und dem Islam als Weltreligion abzubauen. Ein Schüler war besonders vom guten Geruch in der Moschee beeindruckt. "Ein einfacher Raumduft, der in jedem Supermarkt erhältlich ist", wie uns der Imam lächelnd erzählte. Die Reaktion des Schülers: "Eine gute Idee, von der sich unsere, mitunter muffig riechenden Kirchen mal eine Scheibe abschneiden könnten". |
| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 26. Februar 2011 um 00:43 Uhr |

