| Grüße aus China |
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David Shu berichtet aus China David Shu ist der erste Träger des vom Förderverein mit 5.000 Euro dotierten Zukunftspreises des Gummersbacher Gymnasiums Grotenbach. Der 1,0-Absolvent ist vielfach sozial engagiert und verbringt ein soziales Jahr im chinesischen Wuhan. Der Jangtsekiang, auf chinesisch 长江 cháng jiāng (langer Fluss), ist der längste Fluss Chinas. Er entspringt im Westen des riesigen Landes an der Grenze zu Tibet und fließt quer durch China bis zur Küstenstadt Shanghai, wo er in den Pazifischen Ozean mündet. Der gewaltige Fluss mit seinen unzähligen Nebenflüssen nimmt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der chinesischen Zivilisation ein und ist auch heute noch die Lebensader vieler chinesischer Großstädte. Eine davon, Wuhan (武汉), ist seit September diesen Jahres mein Wohnort. Als Freiwilliger des "kulturweit"-Programms des Auswärtigen Amtes, wurde mir die einmalige Gelegenheit gegeben, ein freiwilliges soziales Jahr an der Brauereifachschule Hubei, die in Deutschland vermutlich als Berufsschule gelten würde, zu absolvieren. Da die Brauereifachschule in Zusammenarbeit mit einer deutschen Stiftung gegründet wurde, und da die Schule auch heute noch enge Beziehungen zu deutschen Universitäten pflegt, genießt Deutsch als Unterrichtsfach einen hohen Stellenwert. Sämtliche Schüler, die an der Fakultät für Brauwesen studieren, sind verpflichtet Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Für diejenigen Schüler, die ein angemessenes Sprachniveau erreichen, besteht auch die Möglichkeit, im Laufe ihrer Ausbildung für einen gewissen Zeitraum nach Deutschland zu reisen, um dort einen Abschluss zu erhalten. Entsprechend wichtig ist der Deutschunterricht für die Ausbildung der Schüler, weshalb ich als 外教 (waì jiāo), das heißt als ausländischer Sprachlehrer, Deutschunterrichtseinheiten von verschiedenen Klassen übernehme. Dabei ist es mir besonders wichtig auch ein aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln und den Schülern einen möglichen Deutschlandaufenthalt schmackhaft zu machen. Momentan werden pro Woche etwa sechzehn Unterrichtsstunden in vier verschiedenen Klassen von mir übernommen. Der Unterricht einer weiteren Klasse soll bald jedoch ebenso teilweise von mir übernommen werden und außerdem arbeiten meine Kollegen und ich gleichzeitig an der Renovierung unserer alten Klassenräume. Von mir geplant ist zusätzlich eine Deutsch-AG, um förderungsbedürftigen und besonders interessierten Studenten (und auch Lehrern) die Möglichkeit zu geben, zusätzlich Deutsch zu üben. An meiner Einsatzstelle bin ich also sehr gut beschäftigt. Neben den vielen, teilweise anstrengenden, zum Glück jedoch meist sehr angenehmen Unterrichtsstunden, verstreichen unzählige Stunden bei der Unterrichtsvorbereitung. Dazu kommen Beratungen über einzelne Schülerinnen und Schüler, Diskussionen über die Einführung neuer Unterrichtsmethoden und natürlich die Umgestaltung der Räumlichkeiten. Außerdem sind regelmäßige Chinesischstunden von zentraler Bedeutung, da mein Deutschunterricht in Mandarinchinesisch gehalten wird (noch, derzeit arbeiten wir an der Umstellung zum einsprachigen Deutschunterricht). Neben der Arbeit und den vielen fordernden Aufgaben und Pflichten, die aber schon jetzt überaus erfreuliche und motivierende Ergebnisse zum Vorschein bringen, bleibt daher manchmal nur wenig wertvolle Zeit, um das Schulgelände zu verlassen und die Umgebung zu erkunden. Allerdings sind die Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke im Großstadtdschungel (oder auch im ländlichem Umfeld von Wuhan) umso prägender und mit unzähligen neuen Perspektiven verbunden. Um diesen Bericht über meine jetzige Tätigkeit abzuschießen, möchte ich mich beim Förderverein bedanken. Ein Auslandsaufenthalt ist stets mit hohen Ausgaben, beispielsweise für Flugtickets und ärztliche Untersuchungen, verbunden. Da jedoch viele der Kosten mit den Mitteln des Förderpreises des GGG vom Förderverein übernommen werden konnten, ist es mir möglich, mich auf die Aufgaben an meiner Einsatzstelle zu konzentrieren, ohne besonderen finanziellen Hürden gegenüber zu stehen. Allen Lehrern, die sich tagtäglich um einen interessanten und produktiven Unterricht bemühen und die immer zugleich Lehrer als auch Unterhaltungskünstler sein müssen, möchte ich außerdem mitteilen, dass sie meinen größten Respekt genießen. Den Schülern des GGGs wünsche ich ein erfolgreiches neues Jahr und ich sende viele Grüße aus China an meine Bekannte und Freunde in Gummersbach! David Yang Shu 舒旸大卫 |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 18:08 Uhr |
